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Humboldt-Universität zu Berlin - Juristische Fakultät

Humboldt-Universität zu Berlin | Juristische Fakultät | Brief des Dekans zur Lehre der Juristischen Fakultät im Sommersemester 2021

Brief des Dekans zur Lehre der Juristischen Fakultät im Sommersemester 2021

Prof. Dr. Dr. Stefan Grundmann, LL.M.

1. April 2021

Wir gehen nunmehr in das dritte Semester, das überwiegend online gelehrt werden muss. Die Juristische Fakultät der Humboldt-Universität ist dem direkten Austausch zwischen Lehrkörper und Studierenden weiterhin in besonderem Maße verpflichtet (auch über das dienstrechtlich nötige Minimum hinaus), desgleichen jedoch umgekehrt selbstverständlich auch den rechtlich bindenden Restriktionen einschließlich Dienstanweisungen, die sich derzeit leider eher wieder verschärfen – mit einer gewissen Hoffnung für den Verlauf später im Sommer. Daraus ergeben sich bis auf weiteres folgende Einzelfestlegungen:

  1. Die Zweitsemester-Arbeitsgemeinschaften und Tutorien werden grundsätzlich digital stattfinden. Sollten Präsenztermine in eingeschränktem Rahmen im Verlauf des Semesters wieder möglich sein, informieren das Studienbüro und die Lehrenden in den Moodle-Kursen über die Rahmenbedingungen. Präsenztermine können als reine Zusatztermine stattfinden, um ein persönliches Kennenlernen/Wiedersehen der Kleingruppen untereinander zu ermöglichen. Ansonsten werden sie immer so konzipiert, dass diejenigen, die nicht in Präsenz teilnehmen können, die Inhalte digital nacharbeiten können.
  2. Umgekehrt erscheint es uns kontraproduktiv, die jeweiligen Vorlesungen für Zweitsemester mit Kohortengrößen von 40 aus 300-500 abzuhalten. Studierende würden hier jeweils 1-2 Mal im Semester ein Anrecht auf Präsenz haben. Das schmerzt uns für diese Kohorte besonders, weil sie Studium in Präsenz noch gar nicht erlebt hat, in gleichem Maße aber auch für jede andere Kohorte.
  3. Auch die ursprünglich geplanten Präsenz-Angebote im Schwerpunkt (6. Semester) müssen wiederum leider aufgegeben werden. Es handelt sich nicht um Zweitsemester-Veranstaltungen und – bei einer Anwesenheit von wenigen internationalen Studierenden – auch nicht um Einführungsveranstaltungen für internationale Studierende, sondern um den regulären Bestandteil unseres Staatsexamensstudiums (und sogar auch des Bachelors). Wir haben dennoch die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass ein Übergang zu Hybridformaten ab Juni möglich sein könnte.
  4. Die Juristische Fakultät verzichtet dieses Semester auch auf das für das Wintersemester ausgiebig geplante – über das übliche Programm und Deputat hinausgehende – Angebot für Präsenzveranstaltungen am Abend für Zweitsemester und Internationale Studierende. Die Verschärfung der Beschränkungen schon im ersten Monat des Wintersemesters haben dazu geführt, dass letztlich nur vier dieser Veranstaltungen durchgeführt werden konnten – durch zwei Dekane und zwei Leiter von Erstsemestervorlesungen. Allerdings bieten wir dieses Semester – zwar nur online, aber europaweit – eine Veranstaltung an, die ein Novum bedeutet: zwei Vorlesungen zu Europa, seinem Funktionieren und seiner Identität, wie sie in dieser Form an der HU – und wohl auch andernorts – noch nicht aufgelegt wurden (siehe Begrüßungsschreiben).
  5. Auch alle anderen Veranstaltungen, einschließlich Seminaren und BZQ-Veranstaltungen, die zugänglich sind für einen offenen Studierendenkreis, können nicht als Einführungsveranstaltung für Zweitsemester und oder internationale Studierende qualifiziert werden. Sie sind daher leider nicht in Präsenz zulässig. Anders ist das nur bei Arbeitsgruppen unter Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auch solchen in entsprechend strukturierten Kollegs.
  6. Alle Veranstaltungen, die demnach nicht in Präsenz gelesen werden, werden als online-Angebote durchgeführt und zwar nach Wahl der oder des jeweils Verantwortlichen als Aufzeichnung oder als interaktive Veranstaltung in Echtzeit.
  7. Die Fakultät wird keine Anstrengungen scheuen, bei Änderungen sowohl der faktischen als auch der rechtlichen Rahmenbedingungen auch wieder stärker hybride Formate mit Präsenzmöglichkeiten in Erwägung zu ziehen. Wir hoffen darauf für die Monate Juni und Juli.

Dies sind starke Restriktionen. Wir sahen uns freilich aufgrund der Rechtslage zu ihnen gezwungen, auch bei extensiver Auslegung, und haben hierum sehr gerungen.

Ich habe diese Erläuterungen relativ ausführlich gehalten, die Komplexität der Lage scheint mir dies zu gebieten.

Mit besten Grüßen
Stefan Grundmann