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Humboldt-Universität zu Berlin - Prof. Dr. Susanne Augenhofer

Aktuelles

Stellenausschreibung

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt ist am Lehrstuhl eine Stelle als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in mit 1/2-Teilzeitbeschäftigung befristet bis 31.12.2020 (E 13 TV-L HU) zu besetzen.

Aufgabengebiete:

Organisatorische und inhaltliche Betreuung der Humboldt Consumer Law Clinic, wissenschaftliche Dienstleistungen in Forschung und Lehre zu den am Lehrstuhl vertretenen Gebieten, einschl. Organisation von Tagungen und Workshops

Den vollständigen Ausschreibungstext finden Sie hier

Bewerbungen sind ab sofort als  PDF an sekretariat.augenhofer@rewi.hu-berlin.de oder an untenstehende Adresse zu richten:


Prof. Dr. Susanne Augenhofer, LL.M. (Yale)
Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Europäisches Privatrecht, Rechtsvergleichung sowie
Marktregulierung durch Verbraucher- und Wettbewerbsrecht
Humboldt-Universität zu Berlin
Juristische Fakultät
Unter den Linden 6
10099 Berlin


Law Clinics stellen sich vor - Vortrags- und Diskussionsabend der Juristischen Gesellschaft zu Berlin

Am Mittwoch, den 12. Juli 2017, veranstalteten die Juristische Gesellschaft zu Berlin und die Law Clinics der Humboldt-Universität zu Berlin einen Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema

„Neue Lehrformen im juristischen Studium – Law Clinics der Humboldt-Universität stellen sich vor“.

Neben den Law Clinics für Internetrecht, Grund- und Menschenrechte, sowie der Refugee Law Clinic konnte sich auch die Humboldt Consumer Law Clinic (HCLC) dem Publikum, bestehend aus Professoren, Praktikern und Studenten, präsentieren. In diesem Rahmen stellte Kim Vanessa Beyer, Teilnehmerin des letzten HCLC-Jahrgangs, exemplarisch zwei Fälle aus dem Alltag der Law Clinics vor. Diese betrafen klassische Themengebiete der HCLC zum Widerruf von Fernabsatzverträgen und im Verbraucherkreditrecht. Im Anschluss an die Vorträge zu den vier Law Clinics bot sich den Anwesenden die Möglichkeit, das neue Ausbildungsformat zu diskutieren. Inhaltlich setzte man sich dabei mit der Struktur, Verknüpfung mit dem Lehrplan, Mandantenakquise und Finanzierungsfragen auseinander- Dinge, die trotz der Wesensgleichheit der Law Clinics doch sehr unterschiedlich von diesen behandelt werden.


Die Humboldt Consumer Law Clinic auf der Soldan-Tagung

Vom 29.6.2017-30.6.2017 fand in Köln die 17. Soldan-Tagung zu dem Thema „Studentische Rechtsberatung in Law Clinics – Ist klinische Juristenausbildung sinnvoll, notwendig oder unerwünscht?“ statt.

Mehr als 100 Vertreter aus Wissenschaft, Anwaltschaft sowie zahlreiche Studierende diskutierten über Law Clinics als sinnvolles Konzept für die praxisorientierte Juristenausbildung. Insbesondere die rechtlichen Grundlagen sowie Konzeptionen zur Sicherstellung von qualitativ hochwertiger Betreuung und Anleitung wurden unter verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Dabei wurde die Humboldt Consumer Law Clinic durch die ehemalige Teilnehmerin Sophie Reimann im Rahmen eines Kurzvortrages vorgestellt. Frau Reimann stand dem diskussionsfreudigen Publikum danach für weitere Fragen zur Verfügung und unterstrich insbesondere, dass das Konzept der Law Clinics für alle Beteiligten eine „win-win-Situation“ und gerade keine Bedrohung für Anwaltschafte darstelle.

Frau Prof. Dr. Susanne Augenhofer, LL.M. (Yale) nahm an dem Panel „Professionalisierung von Law Clinics – Ist der existierende Rechtsrahmen für Law Clinics ausreichend?“ als Diskutantin teil und erläuterte die Bedeutung der Anleitung der Studierenden und Qualitätssicherung der Beratung durch berufserfahrene Praktiker.

Die 67 studentischen Rechtsberatungen, die Prof. Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Instituts, in einem „Law Clinic-Führer“ zusammengestellt hat, kennzeichnet eine große Vielfalt. Die Tagung bot daher eine ideale Gelegenheit, sich neben der Frage der Qualitätssicherung auch über verschiedene Organisationsstrukturen und wichtige Thematiken wie beispielsweise Versicherungsschutz, Lehrplanintegration sowie Anerkennung durch die Justizprüfungsämter der Länder auszutauschen.

Neben diesen ergebnisorientierten und interessanten Diskussionen richtete sich das Ergebnis der Tagung insbesondere auch an die Anwaltschaft, die Law Clinics angesichts erstmals rückläufiger Anwaltszahlen nicht als Wettbewerber anzusehen, sondern vielmehr als Chance zu begreifen, künftige Volljuristen bereits im Studium für die anwaltliche Berufstätigkeit begeistern zu können.

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(Foto: Sophie Strasser)

 


Seminar "Aktuelle Herausforderungen des Lauterkeitsrechts"

Das Seminar zu dem Thema „Aktuelle Herausforderungen des Lauterkeitsrechts" fand durch eine Kooperation von Frau Prof. Susanne Augenhofer, Humboldt-Universität zu Berlin, mit Herrn Prof. Gerald Mäsch von der Westfälische Wilhelms-Universität Münster statt. Dabei nahmen insgesamt zwölf Studierende aus Berlin und Münster teil, welche sich schon in einem fortgeschrittenen Studienabschnitt befanden und Vorkenntnisse im Lauterkeitsrecht unter anderem durch das Schwerpunktstudium besaßen. Die Seminarthemen wurden zu Beginn des Wintersemesters 2016/2017 teilweise sowohl an einen Studierenden aus Münster als auch einen aus Berlin vergeben. Diese fertigten daraufhin zunächst unabhängig voneinander eine Seminararbeit an und traten anschließend in Kontakt, um eine gemeinsame Präsentation für das Seminar vorzubereiten. Dieses fand schließlich als Blocksitzung am 3. und 4. März 2017 in den Räumen der Humboldt-Universität zu Berlin statt.

Das Seminar beschäftigte sich mit den Herausforderungen des Lauterkeitsrechts auf europäischer und nationaler Ebene. Besonderes Augenmerk wurde dabei auch auf die Änderungen durch die UWG-Novelle 2015, sowie die Weiterentwicklung der lauterkeitsrechtlichen EU-Richtlinien gelegt. Der erste Seminartag begann nach einer Begrüßung von Frau Prof. Augenhofer und einer kurzen Vorstellungsrunde der Teilnehmer, mit dem ersten Vortrag zum Thema „Das Geschäftsmodell des AdBlockings aus lauterkeitsrechtlicher Perspektive". Dieser beschäftigte sich mit der Funktionsweise von AdBlockern und deren rechtlicher Würdigung. Dabei wurde insbesondere auch ein Bezug zu aktueller Rechtsprechung hinsichtlich des sogenannten Black- und Whitelistings hergestellt und eine gesetzliche Regelung von AdBlockern zur Diskussion gestellt. Fortgesetzt wurde das Seminar mit einer Präsentation zu „Belästigung und Beeinträchtigung der Entscheidungsfreiheit - zum Verhältnis von § 7 und § 4a UWG", welche sich besonders damit auseinandersetzte, inwieweit § 7 UWG unionsrechtskonform ist. Der folgende Vortrag „Lauterkeitsrechtliche Zulässigkeit von Werbung mit Testergebnissen" bestätigte, dass zum Beispiel die Werbung mit Ergebnissen der Stiftung Warentest durchaus rechtlich zulässig ist, solange gewisse Anforderungen beachtet werden. Das letzte studentische Referat des ersten Seminartages beschäftigte sich mit der „[Die] Verwendung unwirksamer AGB aus lauterkeitsrechtlicher Betrachtung". Dabei wurde hauptsächlich das Zusammenwirken der unionsrechtlichen Richtlinien und die Auslegung von § 3a UWG untersucht.

Auch am Samstag - dem zweiten Seminartag - fanden sich die Teilnehmer wieder morgens an der Humboldt-Universität ein, so dass das Seminar mit einem Vortrag über den „Einfluss europäischer und deutscher Grundrechte auf das UWG" begonnen werden konnte. Dabei wurde insbesondere am Beispiel der Benetton-Entscheidungen zur Schockwerbung der Einfluss der Meinungsfreiheit aufgezeigt. Daraufhin folgte eine Präsentation zu „Der lauterkeitsrechtliche Verbraucherbegriff im Unionsrecht und seine Umsetzung ins deutsche Recht". Ein besonderes Augenmerk wurde auch auf das Verbraucherleitbild gelegt, welches den Verbraucherbegriff wiederum weiter modifiziert. Fortgesetzt wurde das Seminar mit einem Vortrag zum Thema „Der Abschied vom Störerbegriff und was nun? - Zur Haftung für Verletzungen von wettbewerbsrechtlichen Verkehrssicherungspflichten am Beispiel von Internetportalen". Dabei diente eBay als beispielhaftes Internetportal an welchem die Verkehrssicherungspflichten, welche die Rechtsprechung über die Jahre entwickelt hat, verdeutlicht werden konnten. Als nächstes erhielten wir ein Referat, welches sich mit der „Lauterkeitsrechtliche[n] Zulässigkeit von Laienwerbung" beschäftigte. Dabei wurde zunächst festgestellt, was Laienwerbung ist und welche verschiedenen Formen es gibt. Ferner wurde die rechtliche Würdigung erörtert und eine Diskussion dazu angeregt, ob es nicht möglicherweise sinnvoll wäre, Laienwerbung explizit im UWG zu regeln bzw. zu verbieten. Den Abschluss der Vortragsreihe bildete ein solcher zum Thema „Was bleibt von der Generalklausel in § 3 UWG nach der UWG-Novelle 2015". Dieser Vortrag konnte abschließend deutliche Bezüge zu den vorhergehenden Vorträgen setzen, welche sich zum größten Teil mit den speziellen lauterkeitsrechtlichen Verbotstatbeständen beschäftigt hatten. Dabei wurde auch die rechtliche Relevanz von § 3 UWG, insbesondere auch im B2C-Verhältnis, untersucht.

(Text: Patrick Siewert)


"Strategic Litigation" Fachtagung der Humboldt Law Clinics am 24. Juni 2016

Am Freitag, den 24. Juni 2016, veranstalteten die Humboldt Law Clinics im Auditorium des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums eine gemeinsame Fachtagung zum Thema "Strategic Litigation", die das weite Feld der strategischen Prozessführung aus den verschiedenen Blickwinkeln der Humboldt Consumer Law Clinic (HCLC), der Humboldt Law Clinic Internetrecht (HLCI) sowie der Humboldt Law Clinic Grund- und Menschenrechte (HLCMR) beleuchtete.

Das Panel der HCLC im Speziellen beschäftigte sich unter der Überschrift "Enforcing Consumer Rights: Recent Developments in the USA, the European Union and Germany" mit verschiedenen Aspekten der Durchsetzung von Verbraucherrechten.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie hier.


"Consumers in the Digital Market" - Abschlussveranstaltung der Humboldt Consumer Law Clinic

Am Donnerstag, den 21. April 2016 fand unter dem Thema "Consumers in the Digital Market" die Abschlussveranstaltung des aktuellen Jahrgangs der Humboldt Consumer Law Clinic statt. Die Festvorträge von Frau Prof. Wendehorst (Universität Wien) und Herrn Prof. Loos (Universität Amsterdam) haben sehr interessante Einblicke in die Chancen und Problematiken der aktuellen politischen Entwicklung gegeben und regten im Anschluss zu einer ausführlichen Diskussion an.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei den Vortragenden und allen Teilnehmern der Veranstaltung.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie hier.


Tagung: "10 Jahre UGP-Richtlinie: Erfahrungen und Perspektiven"

Am 07. und 08. Mai 2015 fand im Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Richtlinie 2005/29/EG über unlautere Geschäftspraktiken im Binnenmarkt (UGP-Richtlinie) die  Tagung „10 Jahre UGP-Richtlinie: Erfahrungen und Perspektiven" statt. Die Veranstaltung wurde von Frau Prof. Dr. Susanne Augenhofer und Herrn Prof. Dr. Christian Alexander - Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Medienrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena - mit dem Ziel ausgerichtet, die Konsequenzen der UGP-Richtlinie insbesondere auf die Rechtslage in Deutschland sowie Österreich zu veranschaulichen und Ausblicke auf mögliche Entwicklungen auf dem Gebiet des Lauterkeitsrechts zu geben. Hierzu konnten zahlreiche renommierte Juristen aus Theorie und Praxis gewonnen werden. Die Vorträge behandelten die folgenden Themen:

  • Prof. em. Dr. Helmut Köhler (Ludwig-Maximilians-Universität München): Die Ausnahmebereiche der UGP-Richtlinie
  • Sophie Ridoux (DG Justice and Consumers, EU-Kommission): Overview of the application of the Unfair Commercial Practices Directive
  • Dr. Birte Timm-Wagner (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Deutschland): Reformbedarf im UWG - Zur Umsetzung der UGP-Richtlinie
  • MMag. Erika Ummenberger-Zierler (Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Österreich): Harmonisierung auf Kosten der Rechtstransparenz?
  • Dr. Jochen Schlingloff (Richter am Oberlandesgericht Jena): Die Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken in der Rechtsprechung der deutschen Instanzgerichte
  • Hofrat Dr. Gottfried Musger (Richter am Obersten Gerichtshof in Österreich): Die Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken in der Rechtsprechung des österreichischen Obersten Gerichtshofs
  • Frau Helke Heidemann-Peuser (Verbraucherzentrale Bundesverband): Werbung gegenüber Kindern und Jugendlichen
  • Dr. Reiner Münker (Wettbewerbszentrale): Praktische Erfahrungen mit der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken und ihrer Transformation in die deutsche Rechtsordnung
  • Mag. Hannes Seidelberger (Schutzverband gegen unlauteren Wettbewerb, Österreich): Überraschungen der UGP-Richtlinie für UWG-Verfahren in der Praxis
  • Prof. Dr. Susanne Augenhofer (Humboldt-Universität zu Berlin): Corporate Social Responsibility - Gedanken zu Verbraucherleitbild, Irreführung durch Unterlassung und Selbstregulierung nach der UGP-Richtlinie
  • Prof. Dr. Ansgar Ohly (Ludwig-Maximilians-Universität München): Die Auswirkungen der UGP-Richtlinie auf unternehmerische Interessen
  • Prof. Dr. Christian Alexander (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Lauterkeitsrecht - Verbraucherschutzrecht - Vertragsrecht: Zur systematischen Einordnung des UWG unter dem Einfluss der UGP-Richtlinie

 

Donnerstag, 07.05.2015:

Nach einer einführenden Begrüßungsrede von Herrn Prof. Dr. Christian Alexander behandelte Herr Prof. em. Dr. Helmut Köhler in seinem Vortrag diejenigen Bereiche, die gemäß Art. 3 der UGP-Richtlinie von dieser explizit nicht geregelt werden. Er ging im Besonderen auf Abgrenzungsprobleme einzelner Fallgruppen sowie auf die Problematik des Ausnahmebereichs der Mitbewerberinteressen ein: Dabei stellte er den Erwägungsgrund 6 S. 3 der UGP-Richtlinie und die Regelung des § 3 Abs. 3 S. 2 RegE einander gegenüber.

Anschließend blickte Frau Sophie Ridoux aus der Sicht der EU-Kommission auf die Auswirkungen der UGP-Richtlinie zurück. Darüber hinaus ging sie auf die derzeitige Erarbeitung neuer Leitlinien zur Umsetzung der UGP-Richtlinie der EU-Kommission ein. Diese sollen das Zusammenspiel mit anderen, sich überschneidenden Rechtsgebieten genauer beschreiben und das bestehende „case-law" berücksichtigen. Ziel dessen sei primär die Erhöhung der Rechtssicherheit und des Vertrauens der Verbraucher.

Frau Dr. Birte Timm-Wagner referierte über die bisherige Umsetzung der Richtlinie in Deutschland. So führte das Änderungsgesetz vom 22.12.2008 zu einer Annäherung des Wortlauts des UWG an die UGP-Richtlinie sowie zu einer stärkeren Trennung des B2B- und B2C-Bereichs. Ferner erläuterte sie die allgemeine Herangehensweise des BMJ bei der Umsetzung von EU-Richtlinien in deutsches Recht. Schließlich berichtete sie über die zukünftigen Änderungspläne: Diese betreffen vor allem die §§ 3-5a UWG.

Als letzte Referentin des ersten Tages der Veranstaltung gab Frau MMag. Erika Ummenberger-Zierler einen Überblick über die Formulierungstechnik des österreichischen Gesetzgebers sowie über den Gesetzgebungsprozess in Österreich. Nach der Feststellung, dass sich das österreichische und das deutsche UWG seit der Umsetzung der UGP-Richtlinie voneinander entfernt haben, unterstrich sie auch die positiven Änderungen durch die UGP-Richtlinie. Hinsichtlich der zunehmenden Digitalisierung und der steigenden Bedeutung des Marketings von Gütern betonte sie schließlich die Notwendigkeit der weiteren Anpassung des Gesetzes.

Im Anschluss an die Vorträge fand eine umfangreiche Diskussion der Referenten mit dem Auditorium statt.

 

Freitag, 08.05.2015:

Am Freitag fungierte Herr Prof. Dr. Jan-Bernd Nordemann (Humboldt-Universität zu Berlin) als Moderator der Veranstaltung.

Nach dessen kurzer Begrüßung berichtete Herr Dr. Jochen Schlingloff aus praktischer Sicht über die Einflüsse der UGP-Richtlinie auf die Rechtsprechung in Deutschland. Er veranschaulichte diese durch Vorstellung einiger Fälle der deutschen Instanzgerichte: Beispielsweise schilderte er anhand eines „Lego"-Falls die Problematik der Aufforderung zum Kauf. Daneben fokussierte er sich vor allem auf Fälle betreffend die §§ 4 Nr. 11, 5a UWG sowie den Begriff der „fachlichen Sorgfalt".

Als österreichischer Gegenpart gab Herr Hofrat Dr. Gottfried Musger einen Einblick in die von der UGP-Richtlinie beeinflussten Fälle des österreichischen Obersten Gerichtshofs. Einer kurzen Einleitung in die Charakteristika des österreichischen Lauterkeitsrechts folgte die fallorientierte Darstellung der Änderungen des Richterrechts, wobei er ebenfalls ein besonderes Augenmerk auf die „berufliche Sorgfalt" - das österreichische Pendant zur „fachlichen Sorgfalt" in Deutschland - richtete.

Im Anschluss an die Darstellung der UGP-Richtlinie aus der Sicht der Rechtsprechung folgten Vorträge aus der Sicht verschiedener Verbände:

Nachdem Frau Helke Heidemann-Peuser die Entwicklungen des Lauterkeitsrechts nach der UGP-Richtlinie zusammenfasste, unterstrich sie die Bedeutung dieses Rechtsgebietes für den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Anhand des Falles „Gameforge" des BGH befasste sie sich vor allem mit der unmittelbaren Kaufaufforderung an Kinder und Jugendliche.

Herr Dr. Reiner Münker berichtete nach einer kurzen Vorstellung der Wettbewerbszentrale als solcher unter Betonung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Vergleich zu den Verbraucherzentralen aus praktischer Sicht über die Einflüsse der UGP-Richtlinie. Dies veranschaulichte er durch diverse Fallbeispiele.

Herr Mag. Hannes Seidelberger verglich in seinem Vortrag die derzeitige Rechtslage in Österreich mit den Erwartungen aus Literatur und Rechtsprechung nach der Verabschiedung der UGP-Richtlinie. Dabei konstatierte er, dass es diverse unerwartete Urteile gab, wobei er sich auf die Verwechslungsgefahr, aggressive Geschäftspraktiken, die berufliche Sorgfalt sowie das Koppelungsverbot fokussierte. Er verwies zudem darauf, dass mit weiteren Überraschungen aus Brüssel gerechnet werden muss.

Frau Prof. Dr. Susanne Augenhofer sprach in ihrem Vortrag über den Begriff „Corporate Social Responsibility" (CSR). Hierbei veranschaulichte sie das Problem der Definierbarkeit und ging im Speziellen darauf ein, inwiefern die CSR eine Geschäftspraktik und eine irreführende Unterlassung im Sinne der UGP-RL ist. Zudem wies sie anlässlich der Beschreibung des Verbraucherleitbildes auf das Fehlen einer einheitlichen Definition des „Verbrauchers" in Bezug auf das Lauterkeitsrecht sowohl in Österreich als auch in Deutschland hin.

Herr Prof. Dr. Ansgar Ohly behandelte die Problematik des Interessenschutzes im Lauterkeitsrecht. Nach einer kurzen Beschreibung der Art der geschützten Interessen ging er näher auf die Adressaten des Interessenschutzes ein. Er wies darauf hin, dass sowohl Abnehmer- als auch Mitbewerberinteressen im Lauterkeitsrecht betroffen sind und diese klar voneinander unterscheidbar sind. Er kritisierte, dass der Verbraucherschutz im UWG vor allem im B2C-Bereich zu sehr beachtet wird und darunter Mitbewerberinteressen leiden. Sein Vorschlag umfasst daher eine Trennung von abnehmer- und mitbewerberschützendem Teil.

Zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltung trug Herr Prof. Dr. Christian Alexander vor: Er nahm in seinem Vortrag eine Einordnung des UWG unter dem Einfluss der UGP-RL vor. Hierbei grenzte er das Lauterkeitsrecht auf der einen Seite vom Vertragsrecht und auf der anderen Seite vom Verbraucherschutzrecht ab. Trotz der teilweise unterschiedlichen Schutzrichtungen stellte er Überschneidungen der verschiedenen Teilbereiche fest; er konzentrierte sich unter anderem auf Chancen und Risiken durch die zunehmende Verselbstständigung des Verbraucherschutzes.

Zum Abschluss der äußerst erkenntnis- und abwechslungsreichen Tagung fand wiederum eine Podiumsdiskussion mit den Referenten statt.

Eine Zusammenstellung der Tagungsbeiträge ist 2016 als Tagungsband beim Verlag Mohr Siebeck erschienen.