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Humboldt-Universität zu Berlin - Prof. Dr. Luís Greco, LL.M.

 

Werdegang von Prof. Dr. Luís Greco, LL.M.

(Stand: 14.11.2017)

 

Prof. Dr. Luís Greco (Luís Filipe Maksoud Greco) wurde am 27. März 1978 in Rio de Janeiro (Brasilien) geboren. Die Grundlagen für seine enge Beziehung zur deutschen Sprache und Kultur wurden bereits während seines Besuchs der Deutschen Schule Corcovado ebendort gelegt. Nach dem Abitur 1996 nahm er das Jurastudium an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Bundesuniversität von Rio de Janeiro auf, das er im Jahr 2000 abschloss. Unmittelbar danach übernahm er im ersten Halbjahr 2001 an ebenjener Fakultät eine vertretende Dozentur, bevor er zum Magisterstudium im deutschen Recht nach München zog. Unter der Betreuung von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Claus Roxin beendete er dieses im Jahr 2003 mit einer Arbeit über „Das Subjektive an der objektiven Zurechnung. Über das Problem des Sonderwissens“; diese ist später erschienen in ZStW 117 [2005] S. 519 ff. Von 2002 bis 2004 gewährte ihm die Konrad-Adenauer-Stiftung ein Begabtenstipendium im Rahmen der Ausländerförderung.

Nachdem er den Magister Legum (LL.M.) abgelegt hatte, begann Hr. Greco mit der Promotion, ebenfalls unter Betreuung von Prof. Roxin. Daneben wurde er von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Bernd Schünemann, dessen Seminar er im Rahmen seines LL.M.-Studiums erfolgreich besucht hatte, ab Oktober 2004 zunächst mit einer halben Stelle, ab Januar 2006 sodann in Vollzeit am Lehrstuhl für die Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtssoziologie der LMU München beschäftigt. Neben der üblichen wissenschaftlichen Zuarbeit zählte stets auch der Kontakt zu ausländischen Fachkollegen und zunehmend deren wissenschaftliche Betreuung zu seinen Aufgaben. In der Lehre übernahm er zunächst Arbeitsgemeinschaften im Strafrecht, später dann auch die strafrechtliche Vorlesung für Magisterstudenten aus dem Ausland.

Neben zahlreichen weiteren Publikationen in deutscher und portugiesischer Sprache fertigte Hr. Greco eine Dissertation über „Lebendiges und Totes in Feuerbachs Straftheorie“ an, die 2009 im Verlag Duncker & Humblot erschienen ist (489 S.); ausgezeichnet wurde sie mit dem Fakultätspreis des Alumni- und Fördervereins e.V. der Juristischen Fakultät der LMU sowie dem Max-Weber-Preis 2011 der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Sie liegt inzwischen in spanischer Übersetzung vor. Auch der Vortrag der mündlichen Prüfung am 17. Juli 2008 zum Thema „Wider die Relativierung der Unterscheidung von Unrecht und Schuld“ ist in Schriftform erschienen (GA 2009, S. 636 ff.).

Auf die Einladung seiner akademischen Lehrer hin entschloss sich Hr. Greco sodann, die wissenschaftliche Tätigkeit an der LMU als akademischer Rat a.Z. am Lehrstuhl von Prof. Schünemann fortzusetzen. Zwischen 2008 und 2014 fertigte er unter dessen Betreuung eine Monografie zum Thema „Strafprozesstheorie und materielle Rechtskraft. Grundlagen und Dogmatik des Tatbegriffs, des Strafklageverbrauchs und der Wiederaufnahme im Strafverfahrensrecht“ an, die 2015 ebenfalls bei Duncker & Humblot erschienen ist (1018 S.). Mit dem Probevortrag am 6. Februar 2014 zum Thema „Analogieverbot und Wortlautgrenze in Europa- und Völkerstrafrecht“ wurde das Habilitationsverfahren erfolgreich abgeschlossen.

In dieser Zeit übernahm er zusammen mit den anderen Mitarbeitern Verantwortung für die Aktivitäten des Lehrstuhls, insbesondere (aber nicht nur) in dessen internationalen Beziehungen. So nahm er federführend an zwei vom DAAD geförderten projektbezogenen Personenaustauschprogrammen teil, zwischen 2006 und 2009 mit Brasilien (Probral) in Zusammenarbeit mit der Universidade de São Paulo (USP) über „Verfassungsrechtliche Grenzen des Strafrechts“, daneben von 2010 bis 2011 mit Taiwan, in Zusammenarbeit mit der Cheng-Chi University über „Das Gesetzlichkeitsprinzip als Fundament des Strafrechts zwischen Europa und Asien“. Dort bekleidete er im Herbst 2010 auch eine Stellung als „visiting professor“. Schließlich war er maßgeblich beteiligt an einem 2013 begonnenen wissenschaftlichen Austauschprojekt zwischen der LMU (Prof. Schünemann) und der Remnin University of China, Peking, das vom Bayerischen Hochschulzentrum für China, Bayreuth gefördert wird.

Zur Vervollkommnung seiner Zugehörigkeit zur deutschen rechtswissenschaftlichen Gemeinschaft hatte sich Hr. Greco daneben entschlossen, das erste juristische Examen abzulegen. Dazu absolvierte er ab 2008 parallel zur intensiven Tätigkeit in Forschung und Lehre das Studium der Rechtswissenschaft an der Universität München, das er im Sommer 2015 mit der Gesamtnote "Gut" abschloss.

Bereits vor Beendigung des Studiums wurde ihm unmittelbar nach Abschluss des Habilitationsverfahrens die Vertretung einer strafrechtlichen Professur an der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg für das Sommersemester 2014 übertragen. Diese Professur übernahm er nach seiner Berufung und Ernennung zum Professor (W2) im Frühjahr 2015. Auch in Augsburg führt Hr. Greco den lebhaften Austausch mit internationalen Partnern fort; so hat er im Sommer 2015 u.a. in Córdoba (Argentinien) an einem vom bayerischen Hochschulzentrum für Lateinamerika geförderten Forschungsprojekt über Korruption teilgenommen und als Gastdozent an der Juristischen Fakultät der Fundação Getúlio Vargas in São Paulo einen Kurs als „visiting professor“ abgehalten. Auch in der Lehre spiegelt sich diese internationale Ausrichtung wider: Hr. Greco hat bereits die Betreuung zahlreicher ausländischer Doktoranden, Magisterstudenten und Gastwissenschaftler übernommen.

Hr. Greco hat Februar 2017 einen Ruf auf einen Lehrstuhl (W3) an der Humboldt-Universität zu Berlin angenommen. Er ist seit Oktober 2017 Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, ausländisches Strafrecht und Strafrechtstheorie.

Neben zahlreichen eigenen Beiträgen und der Herausgeberschaft von Sammelwerken sowohl in Deutschland als auch in Brasilien ist Hr. Greco Mitherausgeber der Reihe „Derecho Penal y Criminología“ (Verlag Marcial Pons) und ständiger Mitarbeiter von Goltdammer’s Archiv für Strafrecht. Er ist Mitautor an den Systematischen Kommentaren zum StGB und zur StPO. Sein wichtigstes aktuelles Projekt ist die Bearbeitung der neuen Auflage des Lehrbuchs seines Doktorvaters Claus Roxin zum Allgemeinen Teil des Strafrechts (2 Bände).