Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Prof. Dr. Ulrike Lembke

Forschungsprojekt zu Antisemitismus und Justiz

Stellenausschreibungen für Forschungsprojekt zu Antisemitismus und Justiz

In einem Verbundprojekt zu Antisemitismus und Justiz, welches vom BMBF gefördert wird, sind zwei 65%-Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (3 Jahre) und zwei Stellen für studentische Hilfskräfte (2 Jahre) zu besetzen. Das Projekt beginnt am 1. Oktober 2021.  

Aufgaben (wissenschaftliche Mitarbeiter*innen):

  • Forschung und wiss. Dienstleistungen im Verbundprojekt zu Antisemitismus und Justiz,
  • Vorbereitung und Durchführung qualitativer Textanalysen,
  • Kooperation im Verbundprojekt und mit Praxispartner*innen,
  • Transferleistungen für juristische Aus- und Weiterbildung,
  • Vor- und Nachbereitung von wiss. Veranstaltungen,
  • Beitrag zur Projektverwaltung.

Anforderungen (wissenschaftliche Mitarbeiter*innen):

  • Erstes und/oder Zweites juristisches Staatsexamen, möglichst mit Prädikat,
  • vertiefte Kenntnisse im Strafrecht oder Öffentlichen Recht,
  • Erfahrung in rechtssoziologischer, insbesondere qualitativer, Forschung,
  • Interesse am Themenfeld „Antisemitismus und Justiz“,
  • Interesse an Kooperationen und Transferleistungen,
  • ausgeprägte Teamfähigkeit.

Verbundprojekt „Struggling for Justice – Antisemitismus als justizielle Herausforderung“

Das Verbundvorhaben untersucht die Rolle der Justiz bei der Bekämpfung von Antisemitismus. Es nimmt für die wichtigsten Teilrechtsgebiete eine Bestandsaufnahme vor, fragt nach dem justiziellen (Begriffs-)Verständnis von Antisemitismus, thematisiert dessen Berücksichtigung im Verfahren und greift die bislang unzureichend berücksichtigte Betroffenenperspektive auf.

Beteiligt sind die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Universität Heidelberg, die Humboldt-Universität zu Berlin, das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, Potsdam, und der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V., Berlin.

Teilprojekt 2: Verständnisse und Wahrnehmungen antisemitischer Motivlagen durch die Berliner Strafjustiz

Das Teilprojekt 2 nimmt den justiziellen Umgang mit antisemitischen Straftaten in den Blick. Dabei ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen, da nur ein Bruchteil strafrechtlich relevanter antisemitischer Vorfälle gemeldet wird. Das TP untersucht Akten aus dem Zeitraum vom 01.01.2018 bis 31.12.2020, bei denen Polizeibehörden ein antisemitisches Tatmotiv annahmen. Durch gezielte Akteneingrenzung sowie Digitalisierung, Pseudonymisierung und Auswertung der Akten wird ein Datensatz erstellt. Mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse wird untersucht, inwieweit unter-schiedliche Erscheinungsformen und Dimensionen von Antisemitismus (z.B. völkischer Antisemitismus, israelbezogener Antisemitismus, antisemitische Verschwörungsmythen) rechtlich (an-)erkannt werden und welche Hindernisse sich für eine effektive Strafverfolgung ergeben.

Teilprojekt 4: Bekämpfung von Antisemitismus und staatliches Selbstverständnis im Spiegel der deutschen Verwaltungsgerichtsbarkeit

Das Teilprojekt 4 thematisiert die Bekämpfung von Antisemitismus und staatliches Selbstverständnis im Spiegel der Verwaltungsgerichtsbarkeit. Das TP wertet hierfür veröffentlichte Entscheidungen von Verwaltungsgerichten zu antisemitischen Äußerungen und Aktivitäten bzw. zu deren Prävention und Sanktionierung durch staatliche Stellen aus. Hierfür wird eine Kontextanalyse zur Bedeutung der Bekämpfung von Antisemitismus für das staatliche Selbstverständnis zwischen „Vergangenheits-bewältigung“ und Demokratieförderung und eine qualitative Textanalyse durchgeführt, die verwaltungsgerichtliche Entscheidungen auf ihr Potential für handlungsleitende Selbstverständnisse sowie Definitionen und Konzeptionen von Antisemitismus befragt und in eine größere, transdisziplinäre Diskussion einbindet.

Leitung der Teilprojekte

Prof. Dr. Ulrike Lembke, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien und Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterforschung der Humboldt-Universität zu Berlin.

Wissenschaftliche Betreuung

Prof. Dr. Ulrike Lembke, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien und Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterforschung der Humboldt-Universität zu Berlin.

Prof. Dr. Martin Heger, Sprecher der Berliner Studien zum jüdischen Recht und Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Europäisches Strafrecht und Neuere Rechtsgeschichte.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbungen!