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Humboldt-Universität zu Berlin - Law & Society Institute Berlin

Humboldt-Universität zu Berlin | Juristische Fakultät | Law & Society Institute Berlin | Maria Haimerl: "Entscheidungsfindung am Türkischen Verfassungsgericht (1962-2012) – Qualitative Interviews und inhaltsanalytische Verfahren"

Maria Haimerl: "Entscheidungsfindung am Türkischen Verfassungsgericht (1962-2012) – Qualitative Interviews und inhaltsanalytische Verfahren"

Werkstattgespräch
Wann 24.04.2018 von 18:15 bis 20:00 (Europe/Vienna / UTC200) iCal
Wo Juristische Fakultät, Altes Palais, Unter den Linden 9, Raum E 25

Zum Vortrag:

Über Beratung und Abstimmung müssen Richter*innen an den meisten Gerichten schweigen. Wie werden hinter den verschlossenen Türen der Beratungsräume Entscheidungen getroffen? Wie lassen sich Entscheidungsprozesse untersuchen? Am Beispiel des Türkischen Verfassungsgerichts werden abweichende Meinungen (Sondervoten) als ein wichtiger konzeptioneller Zugang skizziert: die Arbeit folgt der Annahme, dass abweichende Meinungen den Blick freilegen auf Regeln, Normen und (kulturelle) Bedeutungssysteme zur Entscheidungsfindung, die in einem Rechtssystem und/oder an einem Gericht dominieren und das Handeln der Gerichtsmitglieder strukturieren. Diese lassen sich zu idealtypischen Entscheidungslogiken zusammenfassen. Qualitative Interviews mit ehemaligen Mitgliedern des Türkischen Verfassungsgerichts und inhaltsanalytische Verfahren sowie Herausforderungen bei der Anwendung dieser Erhebungsmethoden im türkischen Kontext stehen im Zentrum des Vortrags.

 

Maria Haimerl M.A. ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrbereich „Vergleichende Demokratieforschung und die Politischen Systeme Osteuropas“ am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich vorwiegend mit dem Spannungsfeld von Recht und Politik, insbesondere Verfassungsgerichten und Verfassungspolitik. Der Titel ihres Promotionsprojekts lautet „Wie Oberste Gerichte entscheiden: Das Türkische Verfassungsgericht zwischen Mehrheitslogik und konsensualer Entscheidungsfindung (1962-2012)“. 

 

Der Vortrag wird kommentiert von Christian Boulanger.

 

Die Reihe "Werkstattgespräche" wird von der Projektgruppe des LSI veranstaltet und lädt vor allem - aber nicht nur - junge Forschende ein, ihre aktuellen Forschungen in einer informalen und offenen Atmosphäre vorzustellen und zu diskutieren. Für das Publikum bietet dieses Format den Einblick in neueste Forschungsergebnisse, für die Vortragenden die Möglichkeit, Rückmeldungen, Kritik und Anregungen zur eigenen "Work-in-Progress" zu erhalten.

 

Im Sommersemester 2018 finden die Werkstattgespräche unter dem Oberthema "Methoden der empirischen Rechtsforschung" statt.