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Humboldt-Universität zu Berlin - Law & Society Institute Berlin

Humboldt-Universität zu Berlin | Juristische Fakultät | Law & Society Institute Berlin | Neuigkeiten | Call for papers: Workshop "Die Grenzen der Gerichtsbarkeit. Irritationen und Herausforderungen der Justiz in Deutschland im 20. Jahrhundert", 26. - 27. Januar 2018

Call for papers: Workshop "Die Grenzen der Gerichtsbarkeit. Irritationen und Herausforderungen der Justiz in Deutschland im 20. Jahrhundert", 26. - 27. Januar 2018

Die Justiz stellt in modernen Gesellschaften einen zentralen Mechanismus für die Regulation gesellschaftlicher Konflikte und die Durchsetzung staatlicher Disziplinarmacht dar. Gerichte sollen, gängigen Erwartungen zufolge, unabhängig von äußeren Einflüssen und ohne eigene Parteinahme agieren, sie sollen Berechenbarkeit und Verlässlichkeit bieten, und sie sollen für Gerechtigkeit nach den Buchstaben des Gesetzes sorgen. Zugleich ist offensichtlich, dass die Justiz solchen idealisierten Vorstellungen besonders in Krisenzeiten und Momenten der Ver-unsicherung kaum genügen kann. Vor allem während staatlicher Umbrüche und politischer Wirren werden die Grenzen der regulären Gerichtsbarkeit vielfach belastet und häufig über-treten. Auch gewandelte Wertvorstellungen der Gesellschaft oder mediale Kampagnen, wirt-schaftliche Krisen oder militärische Notwendigkeiten können die Justiz unter einen Anpassungsdruck setzen, für den Gesetzestexte und Prozessordnungen kein Sensorium aufbringen, der aber gleichwohl für die Rechtsprechung relevant ist. Wie solche äußeren Herausforderungen und disruptiven Erfahrungen in der institutionellen Eigenlogik der Justiz verarbeitet werden, ist aus historischer Sicht bislang wenig systematisch betrachtet worden.

Der Workshop beschäftigt sich mit diesen Phänomenen der Irritation, Improvisation und Irre-gularität in der Justiz vom Kaiserreich bis zum wiedervereinigten Deutschland. Im Anschluss an aktuelle historische Forschungen soll ein neuer Blick auf die normativen Kategorien und statischen Regelmodelle der juristischen und politikwissenschaftlichen Diskussion geworfen und die Justiz in größeren Kontexten betrachtet werden. Wir interessieren uns dabei für alle Formen der Rechtsprechung in sämtlichen Instanzen und fachlichen Zweigen, um verschiedene Konstellationen einer krisenhaften Herausforderung und Resilienz auszuloten. 

Interessierte Historiker/innen, Jurist/innen sowie Wissenschaftler/innen aus angrenzenden Gebieten, die zu diesen und verwandten Themen forschen, sind herzlich eingeladen einen Vorschlag einzureichen.

Vollständiger call for papers

Einsendeschluss ist der 30. September 2017.

 

Veranstalter: 

Dr. Benjamin Lahusen, Dr. Marcus Payk, Johanna Rakebrand, Karin Trieloff, Timo Walz 

Law & Society Institute an der Juristischen Fakultät und Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin