Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Fachschaftsrat Jura

Statement der Länderfachschaft

Statement der Länderfachschaft zur Corona-Situation

 

Länderfachschaft Berlin-Brandenburg
fachschaft.jura.bb@gmail.com


Berlin, den 03.04.2020


Sehr geehrter Herr Groß,
Sehr geehrte Frau Neike,
Sehr geehrte Damen und Herren,

als Länderfachschaft Berlin-Brandenburg möchten wir uns gerne bei Ihnen für das Treffen im Dezember bedanken. Das Gespräch mit Ihnen hat uns in unserer Fachschaftsarbeit sehr geholfen und wir hoffen, dass wir auch in Zukunft auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen zählen können.
Aufgrund der aktuellen Geschehnisse gibt es ein großes Anliegen, mit dem wir uns gerne an Sie wenden möchten. Die neuartige Situation, die sich aus der Verbreitung von Sars-CoV-2 ergibt, stellt uns alle vor große Herausforderungen. Bei Studierenden sowie Professor*innen herrscht Ungewissheit darüber, wie mit diesen in den folgenden Monaten umgegangen werden muss. Wir, als juristische Fachschaften, leisten gerne unseren Beitrag zur Bewältigung der Krise, deshalb möchten wir auf einige Problemstellungen aufmerksam machen und Lösungen vorschlagen.

Was die Situation unserer Examenskandidat*innen betrifft herrscht im Moment eine große Unsicherheit betreffend der Termine für die noch ausstehenden mündlichen Prüfungen. Wir gehen davon aus, dass Ihnen die Schwierigkeiten bekannt sind. Wir bitten Sie, denjenigen Studierenden schnellstmöglich Klarheit zu verschaffen.
Außerdem ist es uns wichtig zu betonen, dass die Prüfungstermine der kommenden Kampagne möglichst frühzeitig bekannt gegeben werden sollten, damit die Kandidat*innen sich gezielt vorbereiten können, der ohnehin vorhandene Druck nicht noch verstärkt wird  und somit faire Prüfungsbedingungen gewährleistet sind. Wir schließen uns in diesem Punkt den Forderungen des Bundesverbands rechtwissenschaftlicher Fachschaften e.V. an
(https://bundesfachschaft.de/wp-content/uploads/2020/03/2020-03_PM-Examenstermine.pdf).

Betreffend aller Studierenden fordern wir, dass das kommende Sommersemester aus der Berechnung des Freischusses (ggf. gem. § 13 II Nr. JAO analog) herausgenommen wird.
Aufgrund der Änderungen in der Lehre und der Methodik, mit der bis mindestens der Hälfte des Semesters zu rechnen ist, können keine gleichberechtigten Studienbedingungen für alle Studierenden garantiert werden. Es dürfen daher nicht noch zusätzliche Nachteile für diejenigen Studierenden entstehen, für die ein Studium im gewohnten Umfang unter den gegebenen Umständen unzumutbar ist. Insbesondere möchten wir hier Studierende mit Kind oder mit zu pflegenden Angehörigen nennen.
Weiterhin dürfen die psychischen Auswirkungen der Krise auf die Studierenden nicht vernachlässigt werden. Die tägliche Konfrontation mit dem Virus und dessen Auswirkungen sowohl in den Medien, als auch im persönlichen Umfeld, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens und die Ungewissheit über die Zukunft erschweren die Studienbedingungen ungemein. 
Darüber hinaus werden die Bibliotheken zum Semesterstart wohl geschlossen sein - die Wiedereröffnung bleibt vorerst ungewiss. Dies bedeutet, dass viele Studierende zunächst ihr Lernverhalten umstellen und ein neues Lernumfeld planen müssen. Nicht allen Studierenden ist es vergönnt, einen angenehmen Lernort zuhause vorzufinden. Auf Grund von Familien, Kindern oder einer nicht möglichen Trennung von Schlaf- und Arbeitsplatz kann zu Hause keine der Bibliothek nur annähernd gleichwertige Arbeitsatmosphäre geschaffen werden. Ebenso ist es nicht allen Studierenden möglich, sich Lehrbücher zu finanzieren. Eine längerfristige Schließung der Bibliothek würde sich dahingehend auswirken, dass die sozialen Ungleichheiten an unseren Fakultäten weiter zunehmen und zu einem primären Erfolgskriterium werden.
Schließlich dürfen die neuartigen Lehr- und Lernmethoden und deren Erprobung nicht außer Acht gelassen werden. Noch ist es fraglich, ob diese Methoden bereits soweit ausgebaut und getestet sind, dass eine umfassende und gleichwertige Klausurvorbereitung ermöglicht wird. Daher wird es infolge der neuen Methodik nicht wenige Studierende geben, die eine oder mehrere Klausuren des Sommersemesters, die sie unter bekannten Umständen mitgeschrieben hätten, in die folgenden Semester schieben werden. Die individuellen Studienlaufbahnen der Studierenden dürfen nicht Opfer der noch zu erprobenden digitalen Methoden werden. 
Eine Einbeziehung des Sommersemesters in die Freischussberechnung würde diese Problematik verschärfen. Wir fordern daher aus den oben genannten Gründen, dass das kommende Sommersemester aus der Berechnung herausgenommen wird.

Wir würden uns sehr freuen, gemeinsam mit Ihnen an Lösungen zu arbeiten.
Gerne können Sie per Mail mit uns in Verbindung treten. Gegenüber einer Telefonkonferenz mit Ihnen wären wir aufgeschlossen. Wir freuen uns - auch nach der Krise - mit Ihnen in regelmäßigen Austausch zu stehen.

Bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen

Länderfachschaft Berlin-Brandenburg

Fachschaftsinitiative Jura FU Berlin

Fachschaftsrat Jura Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Fachschaftsrat Jura HU Berlin 

Fachschaftsrat Jura Universität Potsdam