Humboldt-Universität zu Berlin - Integrative Research Institute Law & Society (LSI)

Humboldt-Universität zu Berlin | Juristische Fakultät | Integrative Research Institute Law & Society (LSI) | Provenienz-Reihe: Positivistisches Rechtsdenken: Lösung oder Teil des Problems?

Provenienz-Reihe: Positivistisches Rechtsdenken: Lösung oder Teil des Problems?

  • Wann 09.07.2024 von 18:15 bis 19:45
  • Wo HU Berlin, Juristische Fakultät Raum E25 und Online, Anmeldung: law-and-society@hu-berlin.de
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Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Provenienz des Rechts: Zum Umgang mit Antisemitismus, Rassismus und Sexismus im juristischen Wissen.

Die Diskussion zum Umgang mit Antisemitismus, Rassismus und Sexismus im (juristischen) Wissen spitzt sich regelmäßig auf die Frage zu, ob sich Person und Werk trennen lassen. Ist es eine Errungenschaft der modernen Rechtswissenschaft, diese Abstraktion zu vollziehen und Gedanken und Argumente unabhängig von ihrem Ursprung zu verarbeiten? Oder verhindert positivistisches (Rechts-)Denken viel eher die Aufklärung über Zusammenhänge von persönlichen Ansichten und (rechts-)wissenschaftlichen Werken?

Es diskutieren: Dr. Samira Akbarian (Frankfurt a.M.), Amadou Sow (Frankfurt O.) und Dr. Andreas Werkmeister (Berlin).

Organisation und Moderation: Gwinyai Machona (Berlin).

Zur Reihe: Kaum eine rechtswissenschaftliche Arbeit kommt ohne einen Verweis auf eine Autor*in aus, die antisemitische, rassistische, sexistische oder andere menschenverachtende Ansichten vertrat oder reproduzierte. Oft sind diese Ansichten der heutigen Rechtswissenschaft bekannt, insbesondere bei sogenannten "NS-belasteten" Autoren. Weiterhin widmet sich rechtshistorische Forschung der Aufarbeitung solcher Verstrickungen in systematisches Unrecht, zunehmend auch mit Blick auf den deutschen Kolonialismus. Doch für heutige rechtswissenschaftliche Arbeiten, die sich auf solche Autor*innen beziehen, stellt sich oft die Frage: Was folgt daraus? Wirken sich die Ansichten auf das rezipierte Wissen aus? Erfordern Verantwortungsprinzipien und Standards guter Wissenschaft eine Offenlegung dieser Problematik? Wie sieht ein angemessener Umgang mit Antisemitismus, Rassismus und Sexismus im juristischen Wissen aus?

Diesen Fragen widmet sich die Reihe "Provenienz des Rechts" (einführend Machona, 2023). Die Reihe knüpft dafür an deutlich breiter geführten Debatten in der Philosophie an und widmet sich exemplarisch drei "Klassikern": Immanuel Kant, Georg W. F. Hegel und Friedrich Carl von Savigny.