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Die politischen Effekte der Rechte der Natur in Ecuador: Normative Grundlagen und empirische Einblicke, Vortrag mit Laura Affolter

  • Wann 14.02.2023 von 18:15 bis 19:45
  • Wo E 25, Unter den Linden 9 und Stream, Anmeldung: law-and-society@hu-berlin.de
  • iCal

Ecuadors neueste Verfassung, die seit 2008 in Kraft ist, gewährt der Natur eigene Rechte. Die Natur hat das Recht auf Respektierung ihrer Existenz, auf Aufrechterhal-tung und Regenerierung ihrer Lebenszyklen, Struktur, Funktionen und Entwicklungs-prozesse, und sie hat das Recht darauf, wiederhergestellt zu werden. In den letzten Jahren wurden diese Rechte von sozialen Bewegungen zunehmend mobilisiert, um gegen Infrastrukturprojekte, industriellen Bergbau, Ölförderung und die Klimakrise vorzugehen. Basierend auf meiner Feldforschung in Ecuador, in der ich am Verfas-sungsgericht solche Fälle untersuche, analysiere ich die politischen Effekte dieser Rechte. Dabei stelle ich folgende Fragen: Wie werden die Rechte der Natur in der Praxis verhandelt und interpretiert? Wie werden die Urteile umgesetzt und welchen Einfluss haben sie auf die staatliche Wirtschaftspolitik? Welche Akteure werden durch diese Verschiebung hin zu Rechten der Natur ermächtigt und welche Stimmen verstummen dabei?

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Regulating Extremes: Climate Change.

 

Foto_Laura_Affolter_205x.jpgDr. Laura Affolter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Rechtssoziologie am Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS). Ihre Forschungsschwerpunkte sind Rechtsanthropologie, politische Anthropologie, Bürokratie- und Verwaltungsforschung, Asyladministration, Verfassungsrecht, Bergbau und soziale Bewegungen in Ecuador, Rechte der Natur und Konzernverantwortung.