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Humboldt-Universität zu Berlin - Prof. Dr. Susanne Baer

Humboldt-Universität zu Berlin | Juristische Fakultät | Prof. Dr. Susanne Baer | Lehre | WS 2013/2014 | SE Der Geschlechtervertrag im Gesellschaftsvertrag

SE Der Geschlechtervertrag im Gesellschaftsvertrag

Dozentin:

Sophia Gayana Ermert

Ort & Zeit:

Do 10.00 - 12.00 Uhr (wöch.), Raum 3.018 (DOR 24)

Kurzbeschreibung:

‚„Der Gesellschaftsvertrag – die Behauptung der Legitimität von staatlicher Souveränität – ist nur ein Aspekt des ursprünglichen Vertrags. Der andere Aspekt, der Geschlechtervertrag, ist die Behauptung der Legitimität männlicher Herrschaft über Frauen. Meine Auseinandersetzung bezieht sich auf diese sehr eigenartigen Verträge, Besitz an Personen und den Beziehungen, die durch diese Verträge konstituiert werden.“ (Interview mit Carole Pateman: "The Sexual Contract," Women in Politics, Globalization and CitizenshipAuthor(s): Nirmal Puwar and Carole Pateman Source: Feminist Review, No. 70, Globalization (2002), p. 123 – Übersetzung durch S. E.)

 Bei Hobbes beinhaltet die Idee des Gesellschaftsvertrags die Vorstellung, dass Menschen untereinander einen Vertrag eingehen, um willentlich einen Teil ihrer Souveränität an eine übergeordnete Gewalt abzugeben und dafür Schutz und Frieden zu bekommen. Ideengeschichtlich beeinflussen Theorien des Gesellschaftsvertrags (von Hobbes, Locke, Rousseau u.a.) bis heute das Denken zu Rechtsstaatlichkeit. Geht es bei der Idee des Gesellschaftsvertrags um die Legitimität von staatlicher Macht, hat z.B. Carole Pateman herausgearbeitet, das noch ein zweiter grundlegender Vertrag implizit enthalten ist: der Geschlechtervertrag. So werden in den genannten einflussreichen Theorien Geschlechterverhältnisse bestimmt und die Ungleichheit von Mann und Frau begründet. Welches Menschenbild wird in Vertragstheorien beschrieben? Auf welche Weise werden asymmetrische Geschlechterverhältnisse und rassistische Dominanz legitimiert? Was zeichnet die Idee des ‚(Gesellschafts-)Vertrags’ aus; was an ihr ist problembehaftet?

 In diesem Seminar werden wir Auszüge aus Vertragstheorien lesen, um die einflussreiche Idee des Gesellschaftsvertrags sorgfältig nachzuvollziehen. Den Hauptteil des Seminars widmen wir feministischer und postkolonialer Kritik an Vertragstheorien und abschließend diskutieren wir, welche Bedeutung Vertragstheorie heute hat. Hierfür lesen wir Texte aus dem Bereich der Philosophie, der Politikwissenschaft und der Rechtswissenschaft.

Einordnung Gender Studies:

Das Seminar wird in den Gender Studies im Modul M5-3 Ordnungen transdisziplinär (SP: 4 LV; 2 MAP) angeboten.