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Humboldt-Universität zu Berlin - Prof. Dr. Susanne Baer

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Vernetzungstreffen mit Studierenden der Université Ziguinchor (Senegal) am 17. Dezember 2012

 

Mehr über universitäre praxisbezogene Ausbildungsangebote im Bereich der Durchsetzung von Grund- und Menschenrechten wollte eine Gruppe von Studierenden aus dem Senegal erfahren, als sie sich am 17. Dezember 2012 mit der Humboldt Law Clinic Grund- und Menschenrechte traf.

Im Rahmen einer vom DAAD finanzierten Forschungsreise zum Thema des Grundrechtsschutzes im (europäischen) Mehrebenensystem hatten die 12 Studierenden der Rechtswissenschaften der Université de Ziguinchor (Senegal) und die sie begleitende Hochschullehrerin Dr. Geneviève Bremond Sarr bereits zahlreiche andere Einrichtungen und Institutionen besucht, die dem Grund- und Menschenrechtsschutz verpflichtet sind. So etwa den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg und das Europäische Parlament. Die Studierenden hatten mit Vertreter_innen des Bundesverfassungsgerichts, des Bundestags sowie des Bundesministeriums der Justiz gesprochen und sich kontinuierlich inhaltlich auseinandergesetzt mit verschiedenen Aspekten des Grund- und Menschenrechtsschutzes in Deutschland.

Die Humboldt Law Clinic Grund- und Menschenrechte hatte das Interesse der Forschenden geweckt wegen der Verknüpfung von gesellschaftspolitisch engagierter Arbeit an konkreten praktischen Fällen und universitärer juristischer Ausbildung.

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Nachdem Karina Theurer als eine der Lehrenden der Clinic einzelne praxisbezogene Projekte vorgestellt und die Studierenden begrüßt hatte, diskutierten die Studierenden aus Ziguinchor und Berlin gemeinsam über Optionen der institutionalisierten Einbettung des Grund- und Menschenrechtsschutzes an juristischen Fakultäten und über die Frage, auf welche Weise bestmöglich universitäre Ressourcen und Know-how konkreten politischen und sozialen Anliegen zugute kommen könnten. In diesem Zusammenhang diskutierten die Studierenden auch über aktuelle Themen des Grund- und Menschenrechtsschutzes sowohl im Senegal als auch in Deutschland. Etwa über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zur Konventionswidrigkeit der Sicherungsverwahrung und über die Situation politischer Gefangener in der südlichen Region Senegals, der Casamance.

Im Anschluss an die jeweils französisch - deutsch konsekutiv gedolmetschten Gespräche in Kleingruppen wurde die Veranstaltung geöffnet für Interessierte: einzelne Vertreter_innen der Studierenden aus Ziguinchor hielten einen Vortrag über den schwelenden und immer wieder aufflammenden bürgerkriegsähnlichen Konflikt in der Casamance und über die Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft und den kontinuierlichen Schutz von Grund- und Menschenrechten. Im Rahmen eines Seminars zur Konfliktanalyse und -bearbeitung an der Universität Gießen hatten die Studierenden der Université Ziguinchor gemeinsam mit Gießener Studierenden Forderungen und Empfehlungen ausgearbeitet, die sie den Konfliktparteien nach ihrer Rückkehr in die Casamance überreichen wollten.

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Nach dem Vortrag luden die Studierenden der Université Ziguinchor dazu ein, die Kontakte und den Austausch zu vertiefen und den Abend mit gemeinsamen Gesprächen sowie der einen oder anderen mitgebrachten Köstlichkeit aus der Casamance ausklingen zu lassen.