Humboldt-Universität zu Berlin - Prof. Dr. Susanne Baer

SE Privat und Öffentlich

Dozentin:

Sophia Ermert

Ort & Zeit:

Montags, 10.00 - 12.00 h wöch.

Raum DOR 24, 2.102

Kurzbeschreibung:

„Das Private ist politisch“ ist einer der bekanntesten Slogans der zweiten Frauenbewegung. Damit war zunächst die Forderung verbunden, Themen wie häusliche Gewalt und Gewalt in Nahbeziehungen, aber auch Selbstbestimmung im Bereich Schwangerschaft und Abtreibung auf die öffentliche Bühne der Politik zu bringen. Eine Verweigerung oder Abwehr der Politisierung der Themen durch den Verweis auf ‚das Private’ war gängige Praxis. Eine öffentliche Verhandlung musste erkämpft werden. In dieser Auseinandersetzung zeigt sich das Verhältnis von privat und öffentlich als repressives Mittel. Ein historisch spezifisches Verständnis dessen, was als privat und öffentlich gilt, ist aus feministischer Sicht gewaltvoll. In feministischer Theorie sind die Kategorien privat und öffentlich jedoch auch Ausgangspunkt für ein Nachdenken über die normativen Implikationen für die Forderung nach Schutz des Individuums vor repressivem Zugriff durch Gesellschaft/Staat/Ökonomie. Es geht dann nicht um ein Verständnis von privat und öffentlich als statische und fixierte Räume, sondern als relationale Kategorien, die emanzipative und normative Impulse bieten.

In diesem Seminar setzen wir uns mit unterschiedlichen Thematisierungen von privat und öffentlich auseinander und diskutieren ihre Bedeutung für feministische Kritik und Politik. Es werden Texte gelesen, die der Philosophie, der Politikwissenschaft, der Soziologie und der Rechtswissenschaft zugeordnet werden.