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Humboldt-Universität zu Berlin - Prof. Dr. Florian Jeßberger

Laufende Forschungs- und Publikationsvorhaben

Am Lehrstuhl werden derzeit Forschungsprojekte auf den Gebieten des deutschen Straf- und Strafverfahrensrechts, des Internationalen Strafrechts, der Strafrechtsvergleichung und der Strafrechtsgeschichte durchgeführt.

Einige dieser Forschungsvorhaben werden durch Drittmittel gefördert, darunter das Projekt "The Stammheim Trial - der Stammheim-Prozess (1975-77)“ (Volkswagen-Stiftung, 2017-2021), das Projekt „Strategic Litigation Networks and Gross Violations of Human Rights“ (DFG, 2018-2021) und das Projekt „International Criminal Justice: A Counter-Hegemonic Project?” (Berlin Center for Global Engagement, 2021)

  • Der Stammheim-Prozess, in dem die Protagonisten der sog. Ersten Generation der Rote Armee Fraktion vor Gericht gestellt wurden, zählt zu den großen Strafprozessen des 20. Jahrhunderts. Das Verfahren gegen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe wurde in den Jahren 1975 bis 1977 vor dem Oberlandesgericht Stuttgart geführt. Der Ortsname „Stammheim“ steht seither emblematisch für das Bemühen des Staates, politisch motivierter (terroristischer) Gewalt mit den Mitteln des Strafrechts zu begegnen. Ziel des Forschungs- und Dokumentationsprojekts „Der Stammheim-Prozess“ ist es, die zentralen Quellen des Prozesses wissenschaftlich zu erschließen. Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Homepage: https://www.stammheim-prozess.de/
  • Netzwerke strategischer Prozessführung (“Strategic Litigation Networks”, SLNs) sind formelle oder informelle Zusammenschlüsse zivilgesellschaftlicher Akteure, die durch juristische Intervention einen Beitrag zur nachhaltigen und effektiven Verwirklichung der Menschenrechte leisten wollen. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Strategic Litigation Networks and Accountability for Gross Violations of Human Rights“ werden Struktur, Ziele und Arbeitsweise sowie die Rolle der SLNs im System der arbeitsteilig organisierten internationalen Strafrechtspflege einschließlich ihrer Wirkung auf die Entwicklung des Internationalen Strafrechts untersucht. 
  • Ausgangspunkt des Projekts „International Criminal Justice: A Counter-Hegemonic Project?“ sind kritischen Perspektiven auf das Völker(straf)recht, welche die Marginalisierung der Völker des Globalen Südens in der postkolonialen Konstellation in den Blick rücken. Verhandelt werden diese Perspektiven u.a. unter dem Akronym „Third World Approaches to International Law (TWAIL)“. Das Projekt zielt darauf, diesem Süd-Nord-Gespräch eine weitere Dimension hinzuzufügen: die Frage der strafrechtlichen Verantwortlichkeit für Völkerrechtsverbrechen, also Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, und sonstige schwere Menschenrechtsverletzungen. Das Projekt führt Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus dem Globalen Süden und Norden zusammen, um diese Dimension in unterschiedlichen Gesprächs- und Publikationsformaten interdisziplinär informiert zu entwickeln. Geleitet wird das Projekt von Prof. Jeßberger und Prof. Dr. Stefan Gosepath (Institut für Philosophie, Freie Universität Berlin); Kooperationspartner*innen sind u.a. Wissenschaftler*innen der Universidad de Chile (Santiago de Chile), der Universidad de Buenos Aires, der University of the Western Cape (Kapstadt), der University of Oxford sowie Praktiker*innen des European Center for Constitutional and Human Rights (Berlin).
     

Größere Publikationsvorhaben, die derzeit am Lehrstuhl durchgeführt werden, sind u.a.:

  • F. Jeßberger, N. Boister & S. Gless (eds.), Histories of Transnational Criminal Law. Oxford University Press
  • F. Jeßberger u.a., Die Stammheim-Protokolle, kommentierte Quellenedition.
  • G. Werle & F. Jeßberger, Einleitung zum VStGB und Verbrechen gegen die Menschlichkeit (§ 7), Münchener Kommentar zum Strafgesetzbuch, Band 9, 4. Auflage, C.H. Beck.
  • F. Jeßberger, Wege zur Rechtsgeschichte: Die Internationalisierung des Strafrechts. Böhlau Verlag (UTB).